Über mich

aboutBurgl Lichtenstein

Geborgen im Schoss einer Schwarzwälder-Familie reichte mein Horizont lange Zeit nicht weiter als bis zum Feldberg oder höchstens noch bis zum Basler Zoo. Von jeher eine Büchernärrin und fasziniert von der Welt der Vulkane, kam für mich irgendwann der Moment, das Tor weit aufzustoßen, die Welt hereinzulassen und auf Reisen zu gehen – zuerst in Europa, dann in Asien, den USA, Australien, Neuseeland, Ostafrika und Malaysia. Stets waren es Vulkanlandschaften, die mich faszinierten und nach immer exotischeren Reisezielen Ausschau halten ließen.
1997 besuchte ich in Französisch Polynesien zum ersten Mal die Marquesas-Inseln. Eine für mich unbekannte, ferne Inselwelt aus zerborstenen Vulkanen, eingebettet in der unendlichen Weite des Pazifischen Ozeans. Auf dem Frachter Aranui hatte ich das Glück, dem US-Amerikaner Robert C. Suggs zu begegnen, der zu den erfolgreichsten Archäologen der Marquesas-Inseln zählt.
Robert C. Suggs behauptete damals, dass er vor mehr als 40 Jahren von der melancholi­schen Schönheit dieser Inseln verzaubert worden sei und seither immer wieder zu ihnen zurückkehren müsse. Auch ich erlag diesem Zauber, was zwei Jahre später zu einer wei­teren Reise auf die Inseln führte. Daraufhin entstand das gemeinsame Buch „Manuiota’aTagebuch einer Reise auf die Marquesas-Inseln“. Es folgten fünf weitere längere Auf­enthalte, bei denen ich mich intensiver mit der Kultur und Geschichte der Marquesaner beschäftigte, die reich an Dramen und menschlichem Leid war und bis in die Gegenwart ist. Die dabei gemachten Erfahrungen und Erlebnisse beschreibe ich in meinem zweiten Buch „Die Welt der ’Enana“.
Die Leidenschaft des Schreibens hatte mich nun endgültig gepackt und übertrug sich später auf unsere Brasilienreisen, die 2013 unter dem Titel „Immer wieder Brasilien“ erschienen sind. Darin schildere ich unsere Reisen durch das riesige Land und nehme den Leser mit, es vom Süden bis in den Norden in seiner ganzen Vielfältigkeit kennenzuler­nen. Zum Beispiel wie man sich mit dem urbanen Moloch São Paulo anfreunden kann und dem prallen Leben Rio de Janeiros verfällt. Wir durchqueren das weite Land der Gauchos, stehen inmitten der donnernden Kaskaden der Iguaçu-Wasserfälle und tuckern gemächlich durch das Sumpfgebiet des Pantanals. In Manaus verfolgen wir den Zusam­menfluss des Rio Negro und Rio Solimões zum Amazonas und begeistern uns an der einzigartigen Flora und Fauna in noch intakten Regenwäldern, sind aber gleichermaßen schockiert über die Umweltsünden, denen man allerorts begegnet. Ruhe und Erbauung bieten die kilometerlangen Sandstrände und die stillen, verträumten Buchten des Atlantiks. Wir schließen Bekanntschaften entlang des Wegs und bekommen Einblicke in das Alltagsleben der Menschen, in dem Licht und Schatten, Resignation und Lebens­freude eng miteinander verknüpft sind. Schließlich läuft es darauf hinaus: Einen endgül­tigen Abschied von Brasilien kann es nicht geben, denn Brasilien nimmt niemals Ab­schied von Dir.

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